Die Schamonis

Wer über die Schamonis spricht, spricht über ein halbes Jahrhundert deutsche Filmgeschichte. Jeder der vier Brüder Ulrich, Thomas, Peter und Victor suchte seine berufliche Heimat, sei es als Produzent, Regisseur, Darsteller oder Kameramann, beim Film.

Ulrich Schamoni, der jüngste der vier Brüder, erhielt gleich für seinen ersten Kurzfilm „Hollywood in Deblatschka Pescara“ 1965 einen Bundesfilmpreis. Sein stilistisch an der Nouvelle Vague orientiertes, ebenfalls preisgekröntes Spielfilmdebüt „Es“ (1966) erzählt die Geschichte eines modernen jungen Paares, das die ungewollte Schwangerschaft der Frau vor die Frage stellt, ob das Kind in ihren Lebensentwurf passt oder nicht. Sein zweiter Spielfilm „Alle Jahre wieder“ porträtiert in einer Mischung aus Fiktion und Reportage die Generation vierzigjähriger Männer in der westfälischen Provinzstadt Münster. 

Peter Schamoni erster Spielfilm „Schonzeit für Füchse“ wurde auf der Berlinale 1968 mit dem Silbernen Bären ausgezeichneter hat maßgeblich die erste Welle des Neuen Deutschen Spielfilms mitgeprägt. Nur ein Jahr später gelang Peter Schamoni auch als Produzent der große Durchbruch mit der Komödie „Zur Sache Schätzchen“, einem für die damalige Zeit sagenhaftem Publikumserfolg, der den Nerv der jungen Generation traf.

Thomas Schamoni erhielt für seinen Debütfilm „Ein großer graublauer Vogel“ 1970 den Bundesfilmpreis. Der Film gilt als eines „bis heute rätselhaftesten, brilliant-bescheuertsten Werke des deutschen Jungautorenkinos“.  Zusammen mit Rainer Werner Faßbinder gründete er die „X-Film”, die dessen Erstling „Liebe ist kälter als der Tod“ produzierte.

Victor Schamoni drehte ab 1954 als selbstständiger Kameramann in Nordrhein-Westfalen Industriefilme und Dokumentationen. Ab 1959 war er Chefkameramann beim Bayerischen Fernsehen und arbeitete viele Jahre mit dem damals populären Schriftsteller und Rundfunkjournalisten Reinhard Raffalt zusammen. Für seine „hervorragende künstlerische Kameraführung“ bei der Fernsehtrilogie „Wiederkehr der Götter“ wurde er 1966 als erster Kameramann mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.

 

Die Schamonis
Filme
Extras
Moskau 1957
Der erste Kurzfilm von Peter Schamoni erhielt vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss den Photokinapreis im Wettbewerb "Jugend filmt".
Hinter den Kulissen
Peter Schamonis erster abendfüllender Spielfilm „Schonzeit für Füchse" gehört zu den Initiationsfilmen des Jungen deutschen Kinos. Ein Bericht von den Dreharbeiten und ein Interview mit Peter Schamoni anlässlich einer Pressekonferenz in Köln 1965.
Kurzfilm von Peter Schamoni
Peter Schamonis Kurzfilm „Maximiliana. Die widerrechtliche Ausübung der Astronomie“ (1966) beleuchtet die Auseinandersetzung des Künstlers Max Ernst mit dem deutschen Astronomen Ernst Wilhelm Leberecht Tempel (1821–1889).