Andreas Dresen
* 16.08.1963 Gera
Regisseur, Produzent

Biografie

Andreas Dresen wird am 16. August 1963 in Gera geboren und wächst in Schwerin auf, wo er bereits Ende der 1970er Jahre seine ersten Amateurfilme dreht. 1982 absolviert er sein Abitur und beginnt als Tontechniker am Schweriner Theater zu arbeiten. Ab 1985 durchläuft Dresen ein Volontariat b...

Andreas Dresen wird am 16. August 1963 in Gera geboren und wächst in Schwerin auf, wo er bereits Ende der 1970er Jahre seine ersten Amateurfilme dreht. 1982 absolviert er sein Abitur und beginnt als Tontechniker am Schweriner Theater zu arbeiten. Ab 1985 durchläuft Dresen ein Volontariat bei den DEFA-Studios in Potsdam-Babelsberg. Unter anderem ist Dresen während des Volontariats als Regie-Assistent bei seinem späteren Mentor Günter Reisch beschäftigt. 1986 wird er für ein Regie-Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg angenommen, das er 1991 abschließt. Seit 1992 ist Andreas Dresen als freier Autor und Regisseur beschäftigt.

Die Filme von Andreas Dresen treffen weitläufig auf positive Resonanz von Publikum und Kritik. Bereits für sein Spielfilm-Debüt "Stilles Land" (1992) wird der Filmemacher mit dem Hessischen Filmpreis sowie dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet. 1999 wird sein Film "Nachtgestalten" auf der Berlinale vorgestellt. Der Film erhält unter anderem den Deutschen Filmpreis in Silber sowie den Deutschen Kritikerpreis und erweist sich als großer Durchbruch des Regisseurs. Zwei Jahre später landet Dresen mit seinem Kinofilm "Halbe Treppe" (2002) seinen nächsten großen Erfolg. Für diesen Film wird der Filmemacher mit dem Silbernen Bären bei den Berliner Filmfestspielen, dem deutschen Filmpreis in Silber sowie dem Regiepreis bei den Film-Festivals in Ghent und Chicago prämiert. Seine Verfilmung des Romans "Willenbrock" wird 2005 mit dem Internationalen Literaturfilmpreis ausgezeichnet.

Sein bis dato größter kommerzieller Erfolg gelingt Dresen mit dem Spielfilm "Sommer vorm Balkon" (2005). Der große Publikumserfolg wird auch mit weitgehend positiven Kritiken bedacht und erhält unter anderem den Ernst-Lubitsch-Preis sowie den Bayerischen Filmpreis in der Kategorie Beste Regie. 2003 versucht sich Dresen auch im Dokumentarfilm-Genre. Er dreht den Film "Herr Wichmann von der CDU", in dem er einen Sommer lang einem jungen CDU-Politiker während des Wahlkampfs in der Uckermark folgt. Seit 2000 engagiert sich der Regisseur auch wiederholt am Theater und inszeniert etwa Ödon von Horváths "Kasimir und Karoline" am Schauspielhaus Leipzig und dem Deutschen Theater in Berlin. 2006 feiert er zudem sein Opernregie-Debüt mit Mozarts "Don Giovanni" am Theater von Basel.

In seinem Spielfilm "Wolke 9" (2008) beschäftigt sich Dresen vorbehaltlos mit dem tabuisierten Thema der Sexualität im Alter. Der Film über eine verheiratete 69-Jährige, die sich erneut verliebt, erhält aufgrund seiner schonungslosen Darstellung große Aufmerksamkeit von Publikum und Kritik und wird unter anderem mit dem Preis "Coup de Coeur" in Cannes, sowie dem Deutschen Filmpreis in den Kategorien Beste Regie, Beste weibliche Hauptrolle (Ursula Werner) und Bester Spielfilfilm in Bronze ausgezeichnet. Sein nächster Film "Whisky mit Wodka" (2009), eine satirische Studie der Filmbranche, ihren Eigenheiten und Eitelkeiten, proträtiert den alternden Schauspieler, Frauenheld und Lebemann Otto Kullberg (Henry Hübchen). Für seine Arbeit als Regisseur wird Dresen beim Filmfestival Karlovy Vary ausgezeichnet. Seinen nächsten großen Erfolg bei Publikum und Kritik feiert der Regisseur 2011 mit seinem Film "Halt auf freier Strecke". Das Drama schildert das Familienleben rund um einen Familienvater, bei dem ein inoperabler Gehirntumor diagnostiziert wird. Der Film findet großen Zuspruch bei seiner Premiere in Cannes und wird mit dem Hauptpreis in der Sektion "Un Certain Regard" bedacht. Es folgen weitere Auszeichnungen, darunter drei Bayerische Filmpreise sowie sieben Nominierungen beim Deutschen Filmpreis. Dresen erhält den Deutschen Filmpreis in der Kategorie Beste Regie.

2012 erscheint die Fortsetzung seines Dokumentarfilms aus 2003 mit dem Titel "Herr Wichmann aus der dritten Reihe". Wie schon die erste Dokumentation über den CDU-Politiker stößt auch der zweite Film auf weitgehend positive Kritik.

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