Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

„Damit die Vergangenheit eine Zukunft hat“ lautet ein Slogan der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, die sich nun seit fast 50 Jahren engagiert, ein reichhaltiges Filmerbe zu bewahren. Ihr Namensgeber ist der Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau, einer der bekanntesten Filmemacher der Stummfilmzeit und des Expressionismus. Mit Filmen wie „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ (1922) schrieb Murnau deutsche Filmgeschichte. Einige seiner frühen Filme gelten jedoch als verschollen oder sind nur noch teilweise erhalten. Die Murnau-Stiftung arbeitet daran, dass die erhaltenen Filme auch in den nächsten Jahrhunderten gesehen werden können.

Von frühen Filmaufnahmen vom Ende des 19 Jahrhunderts bis zum Anfang der 1960er Jahre wird hier Kulturerbe gesichert, restauriert und rekonstruiert. Doch was wären Filme ohne Zuschauer? Wichtig ist der Stiftung deshalb nicht nur die Archivierung der Filme, sondern der Anspruch, die Filme wieder für die Öffentlichkeit zugänglich und erfahrbar zu machen. Bis die Filme aber vorgeführt werden können, ist es oft ein langer Weg. Es heißt die Filme zu bearbeiten, zu digitalisieren und oft verlorene Filmbilder wiederzufinden. Großes Medienecho fand 2008 Fritz Langs “Metropolis”: Verschollenes Filmmaterial wurde in Buenos Aires wiederendeckt und konnte bald darauf in die restaurierte Fassung von 2001 eingearbeitet werden. Zuletzt feierte auf  der Berlinale 2014 die digitale Restaurierung der Murnau-Stiftung von „Das Cabinet des Dr. Caligari“ ihre Premiere.

Der Umfang des Filmstocks der Stiftung ist groß. Neben rund 2000 Stummfilmen, 1000 Tonfilmen und 3000 Kurz-, Werbe- und Dokumentarfilmen lagern in ihren Archiven auch Begleitmaterial wie Fotos, Drehbücher und Plakate. Die Murnau-Stiftung besitzt die Rechte an Filmen von zahlreichen namhaften Produktionsfirmen - etwa Ufa, Universum-Film und Bavaria, darunter auch das sogenannte “reichseigene Filmvermögen”. Um den Verkauf dieses Filmstocks ins Ausland zu verhindern, wurde auf Bestreben der Bundesregierung 1966 die Stiftung gegründet.

Bekannte Filme wie „Das Cabinet des Dr. Caligari“ (1919/20), „Der blaue Engel” (1929/30), „Die drei von der Tankstelle” (1930), „Grosse Freiheit Nr. 7” (1943/44) verwaltet seidem die Stiftung. Aber auch  sogenannte Vorbehaltsfilme, Propagandafilme aus der Zeit des Nationalsozialismus, gehören zum Stiftungseigentum. Diese werden allerdings auf Grund ihrer kriegsverherrlichenden und rassistischen Aussagen, nicht für den Vertrieb freigegeben. Unter besonderen Auflagen und kritischen Analysen von Fachkundigen, kann das Filmmaterial jedoch für Bildungszwecke zu Verfügung gestellt werden.

Nicht nur der Vergangenheit schenkt die Murnau-Stiftung Aufmerksamkeit. Mit ihrem jährlichen Filmförderungspreis, dem Murnau-Kurzfilmpreis, unterstützt die Stiftung den Nachwuchs. Vorgeführt werden können die Filme dann zum Beispiel auch im stiftungseigenen Murnau-Filmtheater.

Unsere Filme der Murnau-Stiftung
Stummfilme
Tonfilme
Extras
Die Murnau Stiftung vergibt jährlich einen Kurzfilmpreis, der bundesweit zu den begehrtesten Auszeichnungen dieser Art zählt. Nebem dem Deutschen Kurzfilmpreis, dem Kurzfilmpreis der Filmförderungsanstalt (FFA) und dem deutschen Wirtschaftsfilmpreis dient er als Referenzkriterium für die FFA-Kurzfilmförderung. Hier können Sie einen Ausschnitt aus dem Siegerfilm "Amok" des Jahres 2012 sehen.