Philip Gröning

Philip Gröning wird 1959 in Düsseldorf geboren. Er wächst in seiner Geburtsstadt und in den USA auf. Zunächst studiert er Medizin und Psychologie, ab 1981 arbeitet er als Assistent des Filmregisseurs Peter Keglevic und sammelt filmische Erfahrungen als Requisiteur, Regie- und Tonassistent. Ein Jahr darauf nimmt er das Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen in München auf.

Gröning dreht zunächst mehrere Kurzfilme, darunter „Der Trockenschwimmer“ (1983) und „Stachoviak!“ (1988), der als bester Kurzfilm beim Filmfestival in Chicago ausgezeichnet wird. Grönings erster Langspielfilm „Sommer“ (1986) beschreibt in langsamen Bildern die Beziehung, die ein Vater mit seinem autistischen Sohn aufbaut. Der Film wird 1988 u.a. beim internationalen Film Meeting in Bergamo als Bester Film ausgezeichnet und das herrausragende Werk wird auch in Deutschland von vielen Produzenten und Regisseuren sehr verehrt. Grönings Arbeiten zeichnen sich durch ein ungewöhnliches Maß an Zusammenspiel von Form und Inhalt aus. Seine teilweise gewaltige und im Falle der „Terroristen“ auch gewalttätige Bildersprache (so der Spiegel 1992), paaren sich mit einer eingängigen und künstlerisch brillanten Montagetechnik.

Auf die beiden Filme folgt das Roadmovie „L’Amour“, der an vielen bedeutenden Festivals läuft, mit Preisen überschüttet wird und über den in der Tribune de Genève (2000) zu lesen ist: „Es gibt bei diesem Autor eine Lust auf Film, ein Verlangen, die Welt zu umarmen, und er versteht es zu vermitteln“.

Zum Überraschungserfolg im deutschen und auch im internationalen Kino entwickelt sich der Dokumentarfilm „Die Große Stille“ (2005), ein außergewöhnliches Werk über das Leben in einem abgeschiedenen Kloster des Schweigeordens der Kartäuser in den französischen Alpen. Der Regisseur selbst erklärt: „Mein Film ist eine Meditation über das Klosterleben, bei der man selbst die Erfahrung von einem Kloster macht“.

Nach „Die Große Stille“ kehrt Philip Gröning zurück zum Spielfilm und beendet im Sommer 2010 die Dreharbeiten zu dem Drama „Die Frau des Polizisten“. Der Film erzählt die Geschichte eines jungen Paares, das in der Kleinstadt ihr gemeinsames Kind aufzieht. Das Entstehen der kindlichen Wahrnehmung, des Vertrauens, der Eigenständigkeit des Kindes bilden das Zentrum des Films, von dem aus die Verstrickungen, Konflikte und Verhärtungen zwischen den Erwachsenen sichtbar werden. „Die Frau des Polizisten“ feierte auf Filmfestival Venedig 2013 seine Premiere und gewann den "Großen Preis der Jury". Seit 20. März läuft der Film in den deutschen Kinos.

 

 

Extras
Links und Downloads