Der deutsche Freund

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Argentinien

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Sulamit, Tochter jüdischer Emigranten aus Deutschland, wächst im Buenos Aires der 50er Jahre auf. In unmittelbarer Nachbarschaft leben hier Juden und Nazis, aus Europa geflohen und in der Fremde erneut zusammengeworfen. Als junges Mädchen trifft Sulamit auf Friedrich, einen deutschen Jungen, der mit seiner Familie im Haus direkt gegenüber wohnt. Zwischen den beiden entsteht schon bald eine ungewöhnliche Nähe. Als Friedrich erfährt, dass sein Vater ein SS-Obersturmbannführer war, bricht er mit seiner Familie und geht nach Deutschland und schließt sich der deutschen Studentenbewegung an. Sulamit folgt ihm wenige Jahre später. Sie studiert, arbeitet später als Übersetzerin und beginnt eine Beziehung mit dem Universitätsassistenten Michael, der sie liebt und ihr hilft. Doch ihr Herz hängt an Friedrich. Als dieser Deutschland verlässt, um sich einer argentinischen Guerillabewegung anzuschließen, bricht der Kontakt ab und Friedrich verschwindet spurlos. Sulamit begibt sich auf eine Suche, die sie bis ins Herz Patagoniens führt.

Fotos (1/10)
Der deutsche Freund (2012)
Der deutsche Freund (2012)
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Der deutsche Freund (2012) Poster
Handlung
Buenos Aires, Mitte der 50er Jahre. Überall in der Stadt hängen Plakate von Evita und Perón. Familie Löwenstein lebt mit der einzigen Tochter Sulamit in einem ruhigen, bürgerlichen Vorort. Philipp Löwenstein ist Inhaber einer Fabrik, um die es nicht besonders gut steht. 1936 aus Deutschland geflohen, nimmt Familie Löwenstein am jüdischen Leben Buenos Aires’ teil. Ihnen direkt gegenüber wohnt die deutsche Familie Burg mit ihrem Sohn Friedrich, der wie Sulamit 13 Jahre alt ist. Schnell werden die beiden Freunde. Die Besuche „gegenüber“ bleiben auch im Haus Löwenstein nicht unbemerkt. Sulamits Vater reagiert gereizt auf die so plötzliche und intensive Freundschaft mit „den Deutschen“. Für Sulamit ist die Sache ganz einfach – sie und Friedrich sind Argentinier, wo also sollte das Problem liegen. Doch Philipp Löwenstein war nie besonders gut darin, seiner einzigen Tochter Wünsche abzuschlagen. Und so wird Sulamit zu Friedrichs ständiger Begleiterin. Als ihr Vater schwer erkrankt und schließlich stirbt, verändert sich Sulamits Leben von Grund auf. Während die politischen Geschehnisse in Argentinien tumultartige Züge annehmen, schließlich eskalieren und Perón ins Exil verjagt wird, muss Sulamit mit ihrer Mutter aus der schönen, bürgerlichen Villa in einen bescheideneren Außenbezirk von Buenos Aires umziehen. Da Ihre Mutter auch die private Schule nicht mehr bezahlen kann, wechselt Sulamit auf die staatliche Schule, wo sie beginnt, sich politisch zu engagieren. Auch Friedrichs scheinbar sorglose Mittelstandswelt wird erschüttert, als er entdeckt, dass sein Vater SS-Obersturmbannführer in Nazi-Deutschland war und sich kurz vor Kriegsende mit neuer Identität nach Lateinamerika abgesetzt hat. In dieser Zeit sind sich Sulamit und Friedrich so nah wie nie zuvor und doch spüren sie, dass die Brüche ihrer Zeit genau zwischen ihnen verlaufen. Friedrich beschließt nach Deutschland zu gehen, um sich dort mit der seiner Herkunft und der Geschichte seines Vaters zu konfrontieren. Sulamit folgt ihm. Sie beantragt ein Stipendium, um in Deutschland studieren zu können. In Deutschland findet Sulamit Friedrich vollauf in der studentischen Protestbewegung engagiert. Noch immer gibt es diese besondere Nähe zwischen ihnen, und doch hat Friedrich offenbar eine Entscheidung getroffen und sich ganz und gar dem politischen Kampf verschrieben.
So sehr fühlt er sich der Vergangenheit verpflichtet, dass daraus eine Art innerer Widerstand gegen das private Glück gewachsen ist. Sulamit glaubt nach wie vor daran, dass es möglich ist, auch im politischen Engagement das Private, das Gemeinsame zu leben. Sie beteiligt sich an Demonstrationen und Protesten und lernt Michael kennen, einen besonnenen Akademiker, der um sie wirbt. Von der Erfolglosigkeit seiner politischen Arbeit in Deutschland frustriert, radikalisiert sich Friedrich. Er will dahin, wo er Veränderung für möglich hält. Ihn zieht es zurück nach Lateinamerika, denn dort, so glaubt er, entscheide sich im revolutionären Kampf das Schicksal der nächsten Generationen. Sulamit bleibt in Frankfurt, zieht mit Michael zusammen. Sie hat ihr Studium beendet, sich als Übersetzerin etabliert und arbeitet in den 70er Jahren an ihrer Zukunft als Literaturwissenschaftlerin. Vergessen kann sie Friedrich nicht. Sie versucht, ihn in Buenos Aires zu erreichen, doch Friedrich ist verschwunden. Als Michael eine Stelle bei einem Verlag annimmt, zieht Sulamit gemeinsam mit ihm nach Köln. Von dort aus beobachtet sie, wie sich die Lage in Argentinien während der Militärdiktatur verschlimmert. Von Verschleppungen, Razzien, Konzentrationslagern hört man, vom brutalen Niederschlagen linkspolitischen Widerstands. Von Friedrich fehlt weiter jede Spur. Michael reagiert zumehmend gereizt auf Sulamits so offen ausgetragenen Gefühle für Friedrich. Über die offiziellen Behörden versucht Sulamit, verschleppte Deutsche, unter denen sie auch Friedrich vermutet, freizubekommen – ohne Erfolg. Als ihr die Sorge keine Ruhe mehr lässt, beschließt sie, nach Buenos Aires zu reisen. Sie findet Friedrich in einem Gefängnis in Patagonien. Um ihn dort besuchen zu können, muss Sulamit sich als Friedrichs Schwester ausgeben und die Demütigungen der Wärter aushalten. Als sie sich schließlich nach so langer Zeit wieder gegenüberstehen, ist Friedrich, gezeichnet von jahrelanger Misshandlung, außerstande, sich den Gefühlen zu stellen, die seit so vielen Jahren zwischen ihnen stehen. Sulamit geht zurück nach Köln, versucht in den frühen 80er Jahren mit Michael weiterzuleben, aber die Erinnerung an Friedrich steht zwischen ihnen. Sie trennen sich. Sulamits Hoffnung auf eine Freilassung Friedrichs wächst, als die Militärdiktatur in Argentinien zu Ende geht und demokratische Wahlen abgehalten werden. Denn der politische Klimawechsel bedeutet sehr wahrscheinlich die Entlassung aus dem Gefängnis für politisch Inhaftierte. Wenig später erhält Sulamit mehrere Briefe – von Friedrich in Freiheit. Er lebt zurückgezogen im Reservat der indigenen Mapuches. Als er sie bittet, sie zu besuchen, reist Sulamit abermals nach Argentinien und macht sich auf den langen Weg nach Patagonien, bis sie ihm schließlich gegenübersteht.
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