Eva Mattes

Schauspielerin

*14.12.1954  Tegernsee


Biografie

Eva Mattes wird am 14. Dezember 1954 in Tegernsee geboren. Ihre Mutter ist die ungarisch-österreichische Schauspielerin Margit Symo, der Vater Willy Mattes ist als Schlager- und Filmkomponist tätig.

Zu Schulzeiten ist Mattes Synchronsprecherin bei zahlreichen Fernsehproduktionen für Kinder. Sie leiht unter anderem Pippi Langstrumpf und Charles Dickens „David Copperfield“ ihre Stimme und arbeitet als Sprecherin für die Serie Lassie. Seit den späten 1960er Jahren ist Mattes in zahlreichen Fernseh- und Kinoproduktionen zu sehen. Zu ihren ersten Filmen gehören Reinhard Hauffs „Mathias Kneißl“ und Michael Verhoevens Anti-Kriegsfilm „o.k.“. „o.k.“ läuft 1970 als offizieller deutscher Beitrag bei der Berlinale und löst im Rahmen des aufgeheizten politischen Klimas heftige Diskussionen aus. Der Streit darüber, ob der Film förderlich zur Volkerverständigung beitragen kann, führt letztlich zum Rücktritt der Jury und Abbruch der Filmfestspiele führen. Mattes wird im darauffolgenden Jahr für ihre Leistungen in beiden Filmen mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet.

1973 folgen weitere Auszeichnungen für „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“ und „Wildwechsel“. Beide Filme entstehen unter der Regie von Rainer Werner Fassbinder, der 1974 für “Angst essen Seele auf” auch Mattes’ Mutter Margit Symo besetzt. Durch ihre intensive Zusammenarbeit mit Regisseuren wie Fassbinder und Werner Herzog etabliert sich Mattes als bedeutende Schauspielerin des Neuen Deutschen Films. Herzog besetzt sie erstmalig 1977 für die Rolle der Prostituierten Eva in “Stroszek”. Große Erfolge feiert sie an der Seite von Klaus Kinski mit ihre Darstellung der Marie in Herzogs “Woyzeck”, für die sie 1979 als beste Nebendarstellerin bei den Filmfestspielen in Cannes ausgezeichnet wird. Auch ihre Leistung in Peter Lilienthals Debütfilm “David”, der 1979 mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wird, findet große Anerkennung. 1980 erhält Mattes außerdem den Bayrischen Filmpreis für die Titelrolle in “Celeste” , Percy Adlons Drama um Marcel Prousts Haushälterin Céleste Albaret.

Nachdem sie erste schauspielerische Erfahrungen beim Film gesammelt hat, ist Mattes ab 1972 auch als Theaterdarstellerin tätig. Sie erhält ein festes Engagement beim Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und gastiert auf den Bühnen des Berliner Ensembles, der Volksbühne Berlin, der Münchner Kammerspiele und dem Burgtheater Wien. So entstehen unter ihrer Mitwirkung zeitgleich zu Filmen wie “Stroszek” und “Woyzeck” unter anderem zahlreiche Shakespeare-Inszenierungen.

Nachdem Mattes wiederholt mit Rainer Werner Fassbinder zusammengearbeitet hat, verkörpert sie den Regisseur 1984 in Radu Gabreas Fassbinder-Hommage “Ein Mann wie EVA”.

Neben ihren Kinoauftritten wirkt Mattes regelmäßig bei Fernseharbeiten mit. 2001 erscheint Kai Wessels TV-Produktion “Goebbels und Geduldig”, in der sie als Magda Goebbels an der Seite von Ulrich Mühe zu sehen ist. Seit 2002 verkörpert sie die Konstanzer Tatortkommisarin Klara Blum, die zu ihren bekanntesten Fernsehrollen gehört. Im selben Jahr wird sie für die Rolle der Annemarie Rotkohl in “Das Sams” erneut mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. Auch im “Sams in Gefahr” (2003) ist sie als Frau Rotkohl zu sehen.

2011 erscheint Mattes’ Autobiographie “Wir können nicht alle wie Berta sein”, in der sie ihre Erinnerungen an die Arbeit an bisher gut zweihundert Film- und Theaterproduktionen aufzeichnet. 2012 folgt unter der Regie von Claudia Holldack der Dokumentarfilm “Eva Mattes- Fragen an die Mutter”, in dem sich Mattes eingehend mit dem Leben ihrer Mutter Margot Symo beschäftigt.

Filmografie
Darsteller