Scherbenpark
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Deutschland

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Wer ihre Mutter auf dem Gewissen hat, weiß Sascha genau: ihr Stiefvater. Und dann erscheint in der Zeitung auch noch ein Artikel, der den Mörder ihrer Mutter als geläuterten, reumütigen Sünder darstellt. Der verantwortliche Redakteur Volker Trebur bekommt Saschas geballte Wut zu spüren. Dem tut die Sache jedoch ehrlich leid und er will das Geschehene wieder gut machen. Sascha landet mitten im bildungsbürgerlichen Leben, als sie Trebur beim Wort nimmt und spontan zu ihm und seinem Sohn Felix ins ökologische Passivhaus zieht.

Fotos (1/5)
Scherbenpark (2013)
Scherbenpark (2013)
Scherbenpark (2013)
Scherbenpark (2013)
Scherbenpark (2013)
Stab und Cast
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Handlung
Scherbenpark – so nennen die Jugendlichen aus der Vorstadtsiedlung ihren Treffpunkt. Scherbenpark – das Wort passt auch zum Leben der siebzehnjährigen Sascha (Jasna Fritzi Bauer), die dort zuhause ist: mehr grau als grün, mit scharfen Kanten und irgendwie kaputt. Denn Sascha schlägt sich nicht nur mit den üblichen Problemen herum, die junge Mädchen eben haben. Seit ihr Stiefvater Vadim E. ihre Mutter ermordet hat, sinnt Sascha auf Rache. Vielleicht ist sie die einzige in ihrem Viertel, die noch Träume hat, denkt sie. Genau genommen zwei: Sascha will Vadim töten und ein Buch über ihre Mutter schreiben. Den Titel hat sie schon: „Die Geschichte einer hirnlosen rothaarigen Frau, die noch leben würde, wenn sie auf ihre kluge älteste Tochter gehört hätte.“
Sascha ist nach dem Tod ihrer Mutter schnell erwachsen geworden und hat Verantwortung für ihre kleinen Geschwister übernommen. Anders als ihre Freundin Anna (Maria Dragus), die sich über ihre Schwangerschaft freut, weil sie dann nicht mehr in die Schule gehen muss, liest und schreibt Sascha gerne und will nach dem
Abitur studieren. Das macht sie in der Siedlung zur Außenseiterin. Die gelangweilten Jungs vom Jugendtreff, die kiffend auf den Tischtennisplatten abhängen, begegnen ihr mit einer Mischung aus Ablehnung und Respekt: „Uhhh. Jetzt gibt’s Ärger, Jungs: Da kommt die Bildungselite!“ Peter (Vladimir Burlakov) ist einer von ihnen und eigentlich ein netter Kerl. Doch an Sascha beißt er sich die Zähne aus.
Sascha glaubt nicht daran, dass es auch Männer gibt, die nicht fies sind und prügeln. Nicht mal in Berlin. Da war sie schon. Da sind sie auch nicht. Und dann bekommt es Sascha gleich mit zwei Männern zu tun. Einem jungen und einem alten, Vater und Sohn. Volker Trebur (Ulrich Noethen) ist Ressortleiter bei einer großen Tageszeitung. Seriös, souverän, gebildet. In Treburs Büro stürmt Sascha eines Tages wutentbrannt. Denn seiner Unachtsamkeit ist es zu verdanken, dass die Zeitung einen völlig missglückten Artikel über Saschas Stiefvater Vadim veröffentlicht hat. Dass der Mörder ihrer Mutter Gelegenheit erhält, sich vor aller Öffentlichkeit als geläuterter, reumütiger Sünder zu präsentieren, und obendrein auch noch als Künstler, der seine Zeit im Knast angeblich mit der Komposition ausdrucksstarker Bilder verbringt, das hätte nicht passieren dürfen. Trebur ist beeindruckt von Saschas Energie – und sichtlich überfordert mit der Situation. Rufen Sie mich an, wenn ich etwas für Sie tun kann. Was soll er auch sagen? Schneller als gedacht jedoch, nimmt Sascha Treburs Hilfe in Anspruch. Vadims Cousine Mascha (Jana Lissovskaja) kümmert sich seit dem Tod der Mutter um Sascha und ihre beiden kleinen Geschwister.
Als sich Mascha mit einem Nachbarn einlässt, schrillen bei Sascha alle Alarmglocken. Nichts wie weg, das ist ihr einziger Gedanke. Kurzentschlossen zieht Sascha aus der Sozialwohnung aus und bei Trebur ein, der mit seinem Sohn Felix (Max Hegewald) in einem schick designten Passivhaus inklusive Pool und parkähnlichem Garten lebt. Sein behüteter Sohn Felix wirkt im Vergleich zu Sascha kindlich, doch wirbt er offensiv um die junge Frau und Sascha lässt seine naiv-fordernden Annäherungsversuche zu. Aber auch Volker Treburs Verhältnis zu Sascha schwankt zwischen Respekt, väterlicher Fürsorge und erotischer Anziehung. Drei Menschen, die nach etwas suchen, nach einer Familie vielleicht, nach einer Möglichkeit, aus dem merkwürdigen Scherbenpark, der ihr Leben ist, etwas Neues zusammen zu basteln.
SCHERBENPARK ist die Verfilmung des gleichnamigen Romandebüts der Autorin Alina Bronsky. Mühelos fängt Bettina Blümner (PRINZESSINNENBAD) Bronskys Sound, den Sog ihrer Sprache ein. Das ist auch dem Drehbuch von Katharina Kress zu verdanken, das auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis als Bestes Drehbuch ausgezeichnet wurde. Kein Wort zu viel wird hier gesprochen. Keine Plattitüde, die nicht sofort entlarvt wird. Die hingerotzten Dialoge, die so echt klingen und gleichzeitig so großartig pointiert sind, sie liefern die besten Voraussetzungen für das beachtliche Newcomer-Ensemble, das den Film furios bestreitet. Hauptdarstellerin Jasna Fritzi Bauer (BARBARA) erhielt für ihre Rolle als Sascha auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis den Preis für die Beste Darstellerin. Und auch Max Hegewald, Vladimir Burlakov und Maria Dragus sind im deutschen Filmgeschäft keine Unbekannten mehr. In SCHERBENPARK kommt eine neue Schauspieler-Generation zum Zug, die dem großen Ulrich Noethen das Wasser reichen kann.
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