Wochenendkrieger
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Deutschland

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Verborgen in unseren Wäldern leben heute noch beinahe unbemerkt Elfen und Orks, Krieger und Untote, finstere Fürsten und strahlende Lichtgestalten. Was wie das Szenario aus „Herr der Ringe“ klingt, ist für Tausende Live-Rollenspieler aufregende Realität. LARP (live action roleplay) nennt man diese organisierten Live-Rollenspiele, deren Verlauf und Ausgang von den Spielern selbst bestimmt werden.
„Wochenendkrieger“ portraitiert fünf Spieler und taucht in ihr Leben zwischen Schlachtfeld und Computerarbeitsplatz ein.

Fotos (1/9)
Wochenendkrieger (2013)
Wochenendkrieger (2013)
Wochenendkrieger (2013)
Wochenendkrieger (2013)
Wochenendkrieger (2013)
Wochenendkrieger (2013)
Wochenendkrieger (2013)
Wochenendkrieger (2013)
Wochenendkrieger (2013) Poster
Stab und Cast
Format:
16:9 HD
Farbe:
Farbe
FSK:
6
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Handlung
Verborgen in unseren Wäldern leben heute noch beinahe unbemerkt Elfen und Orks, Krieger und Untote, finstere Fürsten und strahlende Lichtgestalten. Zu Tausenden treffen sich diese sonderbaren Wesen jedes Wochenende zum großen Spiel. Dann hallen martialische Schreie durch die Wälder, Elfen suchen nach versunkenen Märchenwelten und gewaltige Ritterheere ziehen übers Feld und hinterlassen eine Spur der Verwüstung. Gut gegen Böse – der ewige Kampf.

Was wie das Szenario aus „Herr der Ringe“ klingt, ist für Tausende Live-Rollenspieler aufregende Realität. LARP (live action roleplay) nennt man diese organisierten Live-Rollenspiele, deren Verlauf und Ausgang von den Spielern selbst bestimmt werden. Ein Publikum gibt es nicht, sie spielen allein für sich, sind Schauspieler und Zuschauer zugleich. Zwischen April und Oktober finden jedes Wochenende hunderte „Cons“ statt, wie die Rollenspiel-Veranstaltungen genannt werden. Manchmal sind es ein paar Dutzend Rollenspieler die sich treffen, aber auf „Groß-Cons“ wie dem „Conquest of Mythodea“ im 300 Seelendorf Brokeloh in Niedersachsen oder dem „Drachenfest“ im hessischen Diemelstadt tummeln sich an die 8.000 Teilnehmer. Allein in Deutschland zählt die Rollenspiel-Community über 250.000 Spieler.

Dabei entscheidet sich jeder Spieler für eine Rolle: Elfe, Ork, Fürst, Bettler, Magier, Siedler, Narr, Druide, Heiler, Ritter, Feuerwesen, Gaukler, Kobold, Hobbit oder Vampir sind die gängigsten Rollen, deren Eigenschaften nach Belieben in der Figur kombiniert und ausgebaut werden können. Viele Spieler entwickeln ihre Rollen über Jahre weiter, ein festes Drehbuch gibt es nicht, Improvisation und Phantasie sind das Rüstzeug, wenn es in den großen Schlachten um Leben und Tod geht. Es ist eine Welt wie aus den eigenen Kindertagen, in der das Spielen über allem steht.

„Wochenendkrieger“ portraitiert fünf Spieler und taucht in ihr Leben zwischen Schlachtfeld und Computerarbeitsplatz ein. Wenn Dirk als „Herrscher des Untoten Fleisches“ seine 300 Mann starke Armee in den Kampf führt, vermutet keiner, dass er im realen Leben als Sekretär bei den Grünen vorwiegend Parteisitzungen protokolliert. Chris, die strenge Gymnasiallehrerin aus Tübingen, ist als „Aniesha Fey, die Herrin der Leere“, eine der bekanntesten und gefürchtetsten Rollenspielfiguren in Deutschland und ein Star in der Szene. Gregor, der schwule Maskenbildner aus Berlin, entschlüsselt als „Erzmagier Lamathiel“ geheime Formeln und liebt das Spiel mit Identitäten und Rollen – sei es beim Magiertreffen oder in der Schwulenszene. Der korpulente Sven arbeitet als Montagearbeiter bei VW am Fließband und verwandelt sich am Wochenende in den „Gärtner der Öligen Pestilenz“. „Mit meiner Figur kann ich keinen Prinz spielen, aber meiner Spielfigur macht es nichts aus, dass sie korpulent ist!“, sagt er und kann herzhaft über sich selbst lachen. Die gütige „Elfenkönigin Lenora“ regiert seit über 700 Jahren im Auental und steht vor einer Schicksalsentscheidung: Soll sie die Elfen in den Krieg führen oder in die Wälder flüchten? Im richtigen Leben steht die schüchterne Studentin aus dem brandenburgischen Groß-Ziehten vor dem Eintritt ins Berufsleben – als angehende Modedesignerin schneidert sie mit Vorliebe phantasievolle Kleider und Kostüme.

Einfühlsam und nah an seinen Protagonisten, aber mit einer gehörigen Portion Humor geht Filmemacher Andreas Geiger („Heavy Metal auf dem Lande“) der Frage nach, woher die Sehnsucht nach diesen Phantasiewelten, archaischen Mythen und dem gemeinsamen Spiel kommt? Und wie gehen unsere Protagonisten – ganz normale, liebenswerte und reflektierte Menschen – mit den Widersprüchen ihres Parallellebens um?
Dabei thematisiert der Film auf unterhaltsame Weise das vielschichtige Rollenverhalten in unserer postmodernen Gesellschaft, in der Menschen von Heute souverän ihre Identitäten wechselt, um unterschiedliche Aspekte ihrer Persönlichkeit in Beruf, Familie und Freizeit auszuleben. Und nicht zuletzt durch die Verbreitung von Sozialen Netzwerken wie Facebook wandeln viele Menschen selbstverständlich zwischen realer und virtueller Welt und spielen auch hier mit Identitäten und Rollen.

„Wochenendkrieger“ balanciert mit seinen Protagonisten zwischen Pathos und Banalität, Mythos und Alltag, Spiel und Selbstanalyse und gibt Einblick in eine Welt, in der die großen Sehnsüchte der Menschen von heute sichtbar werden. Eine Ode an das Spiel und die Phantasie!
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